Bau eines Modellberges

Wenn man einen Modellberg bauen möchte, muss man sich natürlich zuerst überlegen, wo dieser einmal stehen soll. Bei der Planung größerer Projekte empfiehlt sich eine dem entsprechende Lektüre an zu schaffen. Zu empfehlen sind die Bücher des Verlages „Alba“. Diese können sind sehr hilfreich bei der originalgetreuen Umsetzung der Berge. als Beispiel werden wir die wichtigsten „Tunnelregeln“ auch ansprechen.

Beim Tunnelbau gibt es mehrer Möglichkeiten zu verfahren. Jedoch muss man sich bei der Wahl vorher überlegen, was der Berg an Gewicht aushalten soll, wie viel er kosten sollte und wie viel Arbeit man in den Berg hineinstecken möchte.

Es gibt folgende Möglichkeiten:

  1. Man nutzt Modellbausysteme von herstellen wie NOCH, die einfache aber effektive Steckverbindungssysteme anbieten. Diese Variante ist jedoch nicht für einen Berg brauchbar, der unter der Belastung einer Schiene steht. Nur „unbelastetes Gebirge“! Über das Gerippe wird Papp-Papier gelegt. Die Modellierung auf der Pappedürfte sich ziemlich wackelig gestalten. Bei den letzten beiden Varianten muss man zuerst ein Grundgerüst schaffen. Dieses besteht aus senkrechten Bergplatten, die jeweils ein Querschnitt des Berges von Anfang bis Ende darstellen und verbindet diese Platten im passenden Abstand mit Querhölzern, die verschraubt (stabil!) oder vernagelt werden können:Das Foto zeigt so ein fertiges Modellberggerüst, was mit Draht bespannt werden kann (lassen sie sich nicht von den Kabeln, etc irritieren! Dies wird in einem anderen Kapitel erläutert).

  2. Man bespannt den Berg mit Draht (Als Drahtgewebe kann man Kaninchendraht sehr gut verwenden) und trägt Gips auf.
  3.  Man bespannt den Berg mit Draht und trägt Hartschaum auf, der sehr einfach zu bearbeiten ist. Diesen bekommt man sehr günstig im Baumarkt.

Damit der Gips oder Wahlweise Hartschaum aber nicht einfach durch den recht groben Kaninchendraht hindurch fällt, muss man noch ein engmaschigeres Gewebe auflegen. In der Regel sind dies Gipsbinden, die man im Modellbahnfachgeschäft erwerben kann. Als Spartipp empfiehlt sich jedoch einmal nach solchen Binden beim Krankenhaus zu fragen, da dort oft noch eingepackte Binden weggeworfen werden. Deren Verfallsdatum beziehen sich aber nur auf Hygienevorschriften!!! Für den Modellbau sind sie durchaus noch gut verwendbar. Die oft sehr widerspenstigen Gipsbinden sollte man zusätlich mit Hilfe eines Elektrotakkers befestigen.

Bevor der Berg durch die Gipsbinden komplett verschlossen wird, sollte man schon mal überlegen, ob man ans innere später noch gut genug herankommt, wenn sich z.B. ein Unfall auf den Gleisen ereignet.

Deshalb haben wir in unsern Berg z.B. eine „Tür“ eingebaut, die wir mit einem Klettverschluss (Rest von einem Mückengitterset) fixiert haben. Durch diese Tür passt  zwar keine Lok hindurch (geschweige den ein Arm), aber sie dient uns als Zugang für das Sicherheitssystem (das grau rote unter dem Gitter). Auf dieses System gehen wir in einem anderen Artikel noch mal ein.

Eine andere Möglichkeit ist, den ganzen Berg als eine Einheit zu bauen, damit man ihn komplett von der Platte abnehmen kann. Dies ist aber nur bis zu einer bestimmten Größe empfehlenswert. Der Vorteil ist, dass das „Kunstwerk“ bei einem Umzug mitgenommen werden kann, und nicht zwangsläufig verschrottet werden muss – also ein lohnender Mehraufwand! Wo keine Tür ist, haben wir die „abgeschnittene Böschung“ mit Holz verkleidet. Diese Holzwand soll später noch einmal mit einem Mauerdesign versehen werden.

Wenn der ganze Berg verkleidet ist, muss er noch einmal auf Löcher untersucht werden, durch die der Gips beim Auftragen sonst durchkleckern kann. Kleine Löcher werden z.B. mit Papier geschlossen. Wenn alles dicht ist, kann man mit den Gipsarbeiten beginnen. Wie man auf dem Foto (unten) sieht, ist es angebracht, die Gipsarbeiten draußen (wie hier unterm Carport ) zu machen.

Man benötigt Gips (nicht zuwenig!), Wasser, Spachtel, Schaber, eine feste Unterlage und einen Anrührbecher – am besten einen  aus Gummi. Die Anleitung für die Zubereitung des Gipses ist meistens auf der Packung zu finden. Das richtige Verhältnis von Wasser und Gips spielt dabei die entscheidende Rolle. Wenn der Gips gut gerührt ist muss er meistens noch ca. zwei Minuten vorhärten, bevor man ihn verarbeiten kann. Beim ersten Gipsauftrag haben wir nur die Fläche versiegelt. Nach dem diese ausgehärtet ist, werden in einem zweiten Auftrag Felswände und Wege gestaltet. Bei größeren Flächen (wie Parkplätzen, Kappellengrundstücke oder ähnlichem), sollte man vorher natürlich eine Holzebene einarbeiten.

Damit die Felsenwände möglichst naturnah aussehen, kann man den Gips mit dem Schaber am besten kreuz und quer verteilen, um beim späteren Nacharbeiten mit dem Beitel Arbeit zu sparen. Damit man den Gips überhaupt bearbeiten kann, sollte man die Felswände vorher möglichst dick aufgetragen haben. Die Arbeit mit dem Beitel kann jedoch erst beginnen, wenn auch der zweite Auftrag getrocknet ist. Um den Felsen möglichst naturnah erscheinen zu lassen, arbeitet man am besten ohne System – also kreuz und quer, wie die Natur. Die Natur ist natürlich nicht weiß. Erst mit dem Färben des Berges kann man die realistische Wirkung bewerten. Die einfachen Wasserfarben aus dem Farbmalkasten der Grundschulzeit eigen sich zum Färben noch hervorragend. Der Vorteil von Wasserfarbe ist, dass man diese noch nachwischen oder überarbeiten kann.

Zuerst mischt man sich den gewünschten Farbton zusammen, dann wird das Gemisch mit viel Wasser verdünnt.

Anschließend trägt man die Farbe am gewünschten Ort auf. Wichtig: Die Strukturen müssen farblich noch leicht unterschiedlich, und so klar erkennbar sein. Wenn dies nicht der Fall ist, muss die Farbe noch weiter verdünnt werden. Wen die Farbe bereits aufgetragen ist, kann man sie mit einem Haushaltstuch nachwischen. Nach getaner Arbeit könnte das Ergebnis ungefähr so aussehen:

Jetzt kann man sich schon viel besser das Aussehen der „heimischen Alpen“ vorstellen. Nach dem der Untergrund coloriert wurde, bearbeiten wir als nächstes die Grasflächen. Dazu tragen wir Kleber flächig auf und „berieseln“ diese Stellen mit Streurasen. Achtung: Arbeiten Sie Stück für Stück, sonst trocknet der Kleber bevor sie das Streumaterial aufgetragen haben!

Nachdem der Kleber getrocknet ist, muss das nicht fixierte Streumaterial mit einem Staubsauger abgesaugt werden. Der Staubsager ist auf die niedrigste Stufe einzustellen. Anderenfalls sieht es auf ihrem Berg später aus, als wäre soeben ein Hurrikane über die Landschaft hinweg gefegt ;)!
Tipp: Wenn sie das Gras bevor es angetrocknet ist elektrostatisch aufladen, richten sich die „Grashalme“ sogar auf und der Eindruck ist noch realistischer!

Vielleicht haben Sie bemerkt, dass wir zwischen die Rasenflächen einige graue Stellen eingefügt haben. Diese sollen sichtbare Felsen darstellen oder später Geröllfelder werden. Für Geröllfelder brauchen man nichts im Modellbaufachgeschäft kaufen, sondern sich lediglich einmal auf dem Gehweg bücken und die kleinen grauen Steinchen aufsammeln, die dort herumliegen. Nachdem man die Steinchen gewaschen hat, trägt man zuerst wieder flächig Kleber auf und setzt das Geröllfeld wie ein Mosaik zusammmen. Selbstverständlich achten wir auch auf die Sicherheit in unser 1:87 Welt und haben zwischen dem Geröllfeld und einer Gebirgsstraße einen Geröllschutz errichtet. Dieser besteht im Wesentlichen aus angemalten Streichhölzern und einem Stück schwarzen Moskitonetz. Hier zeigt sich wieder, wie man Haushaltsreste wunderbar verarbeiten kann.

Unser Modellberg-Projekt nähert sich langsam dem Ende. Es gibt im Prinzip nur noch eine Baustelle: Die Tunnenlportale. Da unsere bereits fertiggestellten Portale von den Maßen her nicht passten und es immer wieder zu kollisionen der Züge mit den Portalen kam, mussten wir neue anfertigen. Wir haben eine Leichtbauweise mit sehr dünnem Sperrholz gewählt. Ursprünglich war geplant, dass jedes Gleis einen eigenen Portaleingang bekommt, jedoch haben wir uns bei der Neuanfertigung für ein großes Portal entschieden.

Die Leichtbauweise erfordert innenliegende Eckpfeiler, damit man zwei Seiten senkrecht aufeinander montieren kann (siehe Bild).

  Und so sieht das Ergebnis aus:

Advertisements